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Wie bin ich in Madagaskar gelandet?

April 2, 2025
von Medair
Madagaskar
Als Lara Chevalley 2022 ihr Studium an der Hochschule für soziale Arbeit und Gesundheit in Lausanne abschloss, hätte sich die Schweizerin kaum vorstellen können, wo sie ihre Karriere einmal hinverschlagen würde.

Nach meinem Abschluss suchte ich nach einem Job als Sozialarbeiterin, doch ich sah keine Stelle, die mir so richtig gefiel. Dann stiess ich auf eine Praktikumsstelle bei Medair. Der Name Medair sagte mir bereits etwas, denn mit 15 hatte ich einen Vortrag der Gründerin Josiane André gehört.

Ich hatte mir Medair als eine kleine Organisation mit etwa 20 Angestellten vorgestellt. Als ich mein Praktikum antrat, staunte ich, dass weltweit mehr als 1000 Leute für Medair arbeiten! Ich lernte eine weltoffene und multikulturelle Organisation kennen, die Menschen in komplexen Situationen hilft. Einen besonders starken Einfluss auf mich hatten meine Kolleginnen und Kollegen. Sie führten ihre Arbeit gewissenhaft aus und strebten stets danach, sich zu verbessern. In allem, was sie taten, liessen sie sich von den Werten von Medair leiten. Ihr Glaube war lebendig. Das hat mich sehr beeindruckt.

Die ersten Monate des Praktikums waren intensiv. Ich lernte, wie man Projektanträge und Berichte für Stiftungen schreibt und lernte viel über die humanitäre Arbeit. Doch eigentlich wollte ich lieber direkt mit Menschen arbeiten als im Büro zu sitzen.

Am Ende meines Praktikums durfte ich am ROC teilnehmen, Medairs einwöchigem Orientierungskurs für alle, die an einer Stelle bei Medair im Ausland interessiert sind. Obwohl es nicht geplant war, spürte ich den Drang, diesen Kurs zu absolvieren.

2024 bot mir Medair eine TraineeStelle als Programm Funding Manager an, im Rahmen derer ich Zeit sowohl in der Schweiz als auch in Madagaskar verbringen würde. Seit September bin ich nun in Madagaskar und fühle mich wie zu Hause. Die Arbeit ist interessant, auch anspruchsvoll, aber voller Sinn, wenn man sieht, wie sich das Leben der Menschen durch unser Handeln verändert.

Ich frage mich oft, ob es legitim ist, dass ich hier bin. Ich, eine Schweizerin, die keine Erfahrung darin hat, wie es ist, in einem Land zu leben, in dem mehr als 80 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben. Die auch nicht selbst erlebt hat, ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser, ausreichend Nahrungsmitteln oder einer bezahlbaren Gesundheitsversorgung aufzuwachsen. Dennoch betrachte ich es als ein grosses Privileg, hier zu sein.

Ich habe das Privileg, auf meine eigene kleine Art und Weise Frauen, Männern und Kindern zu helfen, deren Leben kostbar ist. Hier zu sein bedeutet, an diese Wahrheit erinnert zu werden, sie daran zu erinnern, dass sie nicht vergessen sind, und immer wieder zu bekräftigen, dass es in jedem Leben Hoffnung gibt.

Medair ist eine Schweizer humanitäre Organisation für Nothilfe und Wiederaufbau. Seit 35 Jahren sehen wir unseren Auftrag darin, an abgelegensten und am stärksten verwüsteten Orten der Welt Leben zu retten und Leid zu lindern. *
April 2, 2025
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