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Risiken mindern

January 8, 2026
von Medair
Libanon
Mit Unterstützung von Radiohjälpen und in Partnerschaft mit LM International unterstützt Medair betroffene Gemeinschaften im Bekaa-Tal mit gezielten Massnahmen in den Bereichen Trinkwasser und Abwasser. Diese zielen darauf ab, Wassernetze zu reparieren und zu verbessern, den Zugang zu sicherem Wasser sicherzustellen und Risiken im Zusammenhang mit Abwasser zu reduzieren.

«Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung bei diesem Problem. Es ist uns sehr wichtig, die hier wohnenden Menschen vor Verunreinigungen zu schützen und ein gesünderes Umfeld für unserer Gemeinde zu schaffen » - Herr Chouman, Gemeindevorsteher von Serraaine in der Bekaa-Ebene am 2. September 2025.

Kontext

Im Bekaa-Tal wurden im Rahmen der Kampfhandlungen 2024 über 900 000 Menschen vertrieben. Die Schäden an kritischer Infrastruktur waren erheblich. In Folge haben Tausende von Familien kein sauberes Trinkwasser und keine angemessene Abfallentsorgung mehr.

Mit Unterstützung von Radiohjälpen und in Partnerschaft mit LM International hilft Medair betroffenen Gemeinden in der Bekaa-Ebene mit Massnahmen in den Bereichen Trinkwasser und Sanitär. Ziel der Massnahmen ist es, die Wasserinfrastruktur zu reparieren, bzw. zu verbessern, Zugang zu sauberem Trinkwasser zu gewährleisten und die Risiken durch Abwasser zu verringern.

©Medair/Abdul Dennaoui
Schotter wird auf ein neu verlegtes Rohr im Hauptabwassersystem gestreut, das ein verstopftes und beschädigtes Rohr ersetzt. Das Foto wurde am 2. September 2025 in Serraaine, in der Bekaa-Ebene, aufgenommen. Es ist wichtig, dass Rohre gut eingebettet werden, um Schäden vorzubeugen und sicherzustellen, dass das Abwassersystem langfristig funktioniert. Geschieht das nicht, könnten die Rohre Risse bekommen, sich verschieben oder verstopfen. ©Medair/Abdul Dennaoui

In der Stadt Serraaine, im Norden der Bekaa-Ebene leben rund 35 000 Menschen. Die Schäden durch den Konflikt sind gross. Medair unterstützt seit 2022 das einzige Gesundheitseinrichtung in der Gegend.

Als die Stadtverwaltung meldete, dass das Hauptabwassersystem irgendwo verstopft sei, brach das Team von Medair umgehend auf, um die Lage zu begutachten. Abwässer sammelten sich aus unbekannter Ursache im Boden. Das stellte eine Gefahr für die nahe gelegenen Wasserquellen dar, ebenso wie die Landwirtschaft und von dem Wasser abhängige Gemeinden.  

Nach einer gründlichen Untersuchung entdeckte das Team, dass ein verstopftes und beschädigtes Betonrohr die Ursache für das Problem war. Es war nicht einfach zu ersetzen und schwierig, ein neues Rohr mit genau dem richtigen Durchmesser zu finden. Wenn man ein rohr mit einem anderen Durchmesser verwendet hätte, hätte man das gesamte unterirdische Abwassersystem erneuern müssen. Das wäre sehr kostspielig und komplexe gewesen. Dem Team von Medair gelang es, ein geeignetes Ersatzrohr zu finden. Es wurde installiert ist und das Abwassersystems wieder voll funktionstüchtig.

Warum ist das wichtig?

Schmutzige Abwässer sind eine ernsthafte Bedrohung für die Landwirtschaft und die Umwelt, insbesondere wenn sie in die Erde gelangen und nahe gelegene Wasserquellen und Wassersysteme verunreinigen. Verseuchtes Wasser kann schädliche Mikroben enthalten, die das Risiko von durch Wasser übertragenen Krankheiten wie Cholera und Hepatitis A erheblich erhöhen.

Nadine, WASH-Beauftragte von Medair, spricht mit dem Gemeindevorsteher während der Durchführung des Projekts in Serraaine im Bekaa-Tal am 2. September 2025. ©Medair/Abdul Dennaoui

«Diese Massnahme ist für unsere Gemeinde sehr wichtig», sagt Herr Chouman, der Gemeindeleiter. «Wenn Abwässer ungefiltert in unser Wasser gelangen, kann das leicht zum Ausbruch gefährlicher Krankheiten führen. Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung bei diesem Problem. Es ist uns sehr wichtig, die hier lebenden Menschen vor durch Wasser übertragbaren Krankheiten zu schützen. »

Unterstützt von Radiohjälpen und in Zusammenarbeit mit LM International geht Medairs Einsatz weit über die Reparatur des beschädigten Abwasserrohrs hinaus. Um die Gesundheit der Menschen zu schützen, verteilt Medair Wassertanks an Haushalte, insbesondere in Gebieten, in denen das Wassernetz unzuverlässig ist. Dies soll die sichere und ausreichende Lagerung von Trinkwasser gewährleisten.

Wasservorrat während der Bewertung der Wasserversorgung im Gebiet Serraaine im Bekaa-Tal am 4. Juli 2025. ©Medair/Abdul Dennaoui

In Zusammenarbeit mit der lokalen Wasserbehörde repariert und modernisiert Medair auch das Chlorsystem, um die ständige Versorgung mit sauberem Trinkwasser zu gewährleisten. Darüber hinaus arbeitet das Team an der Wiederherstellung und Verbesserung des Wassernetzes selbst, damit die betroffenen Gemeinschaften zuverlässig Zugang zu sauberem Wasser haben.

Um die Wirksamkeit dieser Massnahmen zu gewährleisten, führen die Teams von Medair vor Ort ein System zur Überwachung der Wasserqualität ein. Durch wöchentliche Tests wird sichergestellt, dass das über die Wasserleitungen gelieferte und in den Wassertanks auf den Häusern gespeicherte Wasser weiterhin sicher verwendet werden kann.

Durch diese umfassende Unterstützung verringert Medair die vom Wasser ausgehenden Gesundheitsrisiken, schützt die lebenswichtigen Wasserressourcen und stärkt die Widerstandsfähigkeit der Familien und Kinder im Bekaa-Tal - und trägt so zu einer sichereren und gesünderen Zukunft für die Gemeinschaft bei.

Die Arbeit von Medair im Libanon wird durch die Finanzierung von Radiohjälpen und LM International, das Auswärtige Amt (AA), die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit über Interaction-CH, das Lebanon Humanitarian Hub (LHF), den UNHCR, USAID sowie durch die grosszügige Unterstützung der amerikanischen Bevölkerung und privater Spenderinnen und Spender ermöglicht.

Dieser Artikel wurde durch Mitarbeitende von Medair vor Ort und am internationalen Hauptsitz verfasst. Die darin vertretenen Ansichten sind ausschliesslich die von Medair und in keiner Weise auf offizielle Positionen anderer Organisationen übertragbar.

January 8, 2026
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