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Die Kraft einer vertriebenen Mutter: Hanans Weg durch die Schwangerschaft

June 2, 2026
von Medair
Libanon
In einer informellen Zeltstadt im Nord-Bekaa meistert eine syrische Mutter mit Unterstützung durch die Hebammenbetreuung der Gemeinschaft eine schwierige Schwangerschaft.

«Ich wünsche mir nur, dass meine Kinder gesund sind und ein besseres Leben führen als wir», sagt Hanan, eine syrische Mutter.

Hanan wuchs in ihrer Heimatstadt in Syrien auf, wo sie davon träumte, ihre Kinder in Sicherheit und Stabilität grosszuziehen. Jetzt, mit 35 Jahren, hegt sie als Mutter noch immer dieselben Hoffnungen. «Ich wünsche mir nur, dass meine Kinder gesund sind und ein besseres Leben führen als wir», sagt sie leise.

Als der Konflikt in Syrien 2011 eskalierte, waren Hanan und ihre Familie gezwungen, in den Libanon zu fliehen. Sie liessen sich in einer informellen Zeltstadt in Nord-Bekaa nieder, wo harte Winter, begrenzte Ressourcen und Unsicherheit ihren Alltag prägen. Hanan und ihre Familie leben in einem kleinen Zelt und kämpfen darum, selbst ihre grundlegendsten Bedürfnisse decken zu können.

Nun, da sie mit ihrem zweiten Kind schwanger ist, steht Hanan vor neuen Herausforderungen. Durch regelmässige Besuche hat die Gemeindehebamme von Medair sie während der gesamten Schwangerschaft unterstützt. Bei den Untersuchungen stellte die Hebamme fest, dass Hanan unter hohem Blutdruck leidet, was sowohl für sie als auch für ihr ungeborenes Baby ein Risiko darstellt. Sie riet Hanan, ihre Ernährung umzustellen, bestimmte Lebensmittel zu reduzieren und auf ihr Gewicht zu achten, um ihren Blutdruck zu senken.

Jana, eine Gemeindehebamme von Medair, berät die 35-jährige syrische Geflüchtete Hanan während einer Hebammenkonsultation in einem Zelt in einer informellen Siedlung in Serraaine in der Bekaa-Ebene am 3. März 2026. ©Medair/Abdul Dennaoui

Hanan tut ihr Bestes, um die Ratschläge zu befolgen, trotz ihrer schwierigen Lebensumstände. «Es ist nicht einfach», erklärt sie. «Wir haben nicht immer das richtige Essen, und alles ist teuer.» Da sie kein stabiles Einkommen hat, belastet sie der Gedanke, ein weiteres Kind zu bekommen, sehr. «Wir können uns schon jetzt kaum etwas leisten. Ich mache mir Sorgen, wie wir mit einem zweiten Baby zurechtkommen sollen.»

Hanans Erfahrung spiegelt die Realität vieler syrischer Gemeinschaften von Geflüchteten im Libanon wider, wo Vertreibung, Armut und eingeschränkter Zugang zur Gesundheitsversorgung die Risiken während der Schwangerschaft erhöhen.

Dank der kontinuierlichen Unterstützung durch Medair erhält Hanan eine grundlegende Schwangerschaftsvorsorge, die dabei hilft, ihren Gesundheitszustand zu überwachen und mögliche Komplikationen zu verringern. Diese Unterstützung gibt ihr in einer unsicheren Zeit Sicherheit und trägt dazu bei, sowohl sie als auch ihr Baby zu schützen.

«Ich versuche, stark zu bleiben», sagt Hanan. «Für meine Kinder muss ich weitermachen und mein Bestes geben.»

Eine Sammlung medizinischer Instrumente und Hilfsmittel, die von einer Gemeindehebamme in einem Zelt in einer informellen Siedlung in Serraaine in der Bekaa-Ebene am 3. März 2026 bereitgestellt wurde. ©Medair/Abdul Dennaoui

In einer kleinen Zeltunterkunft in der Bekaa-Ebene meistert Hanan den Alltag, den viele vertriebene Frauen in der Region teilen. Der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist oft ein Kampf, da knappe Haushaltsbudgets, begrenzte Transportmöglichkeiten und stark überlastete öffentliche Spitäler selbst den Zugang zu den grundlegendsten Leistungen erschweren.

Um diese Lücken zu schliessen, besuchen Gesundheitsteams regelmässig die Siedlungen und bieten Frauen und Kindern, die sonst möglicherweise keine Versorgung erhalten würden, lebenswichtige Unterstützung. Trotz der jüngsten Eskalation wurden diese Bemühungen nicht eingestellt. Hebammen besuchen weiterhin Familien, wann immer es die Umstände zulassen, und wenn Reisen unsicher werden, bleiben sie per Telefon in Kontakt, um sicherzustellen, dass schwangere Frauen aus der Ferne überwacht und unterstützt werden können.

Die Arbeit von Medair im Libanon wird ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Geflüchtete (UNHCR), der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit über Interaction-CH, dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland, dem US-Aussenministerium, der monegassischen Entwicklungszusammenarbeit, der Métropole de Grenoble, der Agence de l'eau Rhône Méditerranée Corse sowie grosszügigen privaten Spenderinnen und Spendern.

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von Informationen erstellt, die von Mitarbeitenden von Medair vor Ort und am internationalen Hauptsitz zusammengetragen wurden. Die hierin geäusserten Ansichten sind ausschliesslich die von Medair und in keiner Weise auf offizielle Positionen anderer Organisationen übertragbar.

June 2, 2026
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