5 Min. Lesedauer

Ein Fahrzeugdoktor mit einer Mission

2026-10-15
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von Medair
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Lernen Sie den 26-jährigen Elysée Mucho kennen. Als Fahrer und Mechaniker sorgt er in Goma dafür, dass die Fahrzeuge und Motorräder von Medair einsatzbereit bleiben, damit Hilfsgüter auch entlegene Gemeinden in der Demokratischen Republik Kongo erreichen.

Ich heisse Elysée Mucho. Seit 2023 arbeite ich als Fahrer und Mechaniker bei Medair in Goma, der Hauptstadt der DR Kongo.

Ich habe die Aufgabe, die Fahrzeuge und Motoräder von Medair zu warten und in Schuss zu halten, damit die Teams auch die entlegensten und schwer zugänglichsten Gebiete erreichen können.

Eine Passion von Kindesbeinen an

© Medair / Daniel Wakandu: Elysée legt seine Werkzeuge bereit

Meine Leidenschaft für Fahrzeuge begann lange vor meiner Arbeit in der humanitären Hilfe  

Ich bin in Goma aufgewachsen. Als Kind schon war ich von jedem Fahrzeug fasziniert, das vorbeifuhr. Ich wollte wissen: Wie drehen sich die Räder? Wie funktioniert ein Motor, der eine so schwere Maschine in Bewegung setzt?

Ich war als kind immer wissbegierig. Ich wollte verstehen, wie Dinge funktionieren, sie auseinandernehmen, beobachten und Neues lernen. Ohne dass ich es gemerkt habe, prägte diese Leidenschaft meine Zukunft.

Vom Mechaniker zum humanitären Helfer 

© Medair / Daniel Wakandu: Elysée wartet ein ein Fahzeug in seiner Werkstatt in der Basis von Medair

Bevor ich zu Medair kam, habe ich in verschiedenen Werkstätten rund um Goma gearbeitet. Ich war Mechaniker und hätte mir nie vorstellen können, dass dieser Beruf wichtig für die humanitärer Arbeit sein könnte.

Auch als ich 2023 bei Medair anfing, war mir die Tragweite dieser Aufgabe noch nicht ganz bewusst. Wenn Menschen an humanitäre Hilfe denken, denken sie oft an Medikamente, die Verteilung von Hilfsgütern oder Teams im Einsatz an vorderster Front. Weniger sichtbar ist das, was diese Arbeit erst möglich macht.

Um Medikamente oder Personal zu transportieren braucht es einen Geländewagen. Um abgelegene Gegenden zu erreichen, brauchen unsere Mitarbeitenden eine Enduro. Und unsichtbar hinter all dem stehen die Mechaniker.

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Jede Abfahrt ist ein Erfolg

© Medair / Daniel Wakandu: Elysée maintains a Medair vehicle that came to the field in its garage at the Medair base

Heute bin ich für die Wartung von acht Allradfahrzeugen und über fünfzig Motorrädern in der Basis von Medair in Goma verantwortlich.

Jedes Mal, wenn ein Fahrzeug die Werkstatt verlässt und humanitäre Helfende oder Hilfsgüter transportiert, fährt ein Teil meiner Arbeit mit.

Wenn ein Fahrzeug sein Ziel ohne grössere Pannen erreicht, fühlt sich das an wie ein persönlicher Erfolg. Wenn es nach der Fahrt über schwer zu passierende Strassen sicher zurückkehrt, bin ich echt stolz.

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Meine Werkstatt ist wie ein Spital

© Medair / Daniel Wakandu: Elysée wartet in seiner Werkstatt in der Basis von Medair ein Fahrzeug nach dem Einsatz

Ich vergleiche meine Arbeit oft mit einem Arzt.

Wenn ein Fahrzeug in meine Werkstatt kommt, ist es mein Patient. Ich muss zuhören, diagnostizieren, reparieren und möglichen Problemen vorbeugen. In vielerlei Hinsicht ist meine Werkstatt wie ein Spital und ich bin der Arzt.

Die Verantwortung ist enorm, besonder bei Notlagen. Manchmal muss ein Team kurzfristig ausrücken oder Medikamente müssen innerhalb weniger Stunden geliefert werden. Dann muss ich jedes mögliche mechanische Problem vorausdenken. Eine Panne kann einen Einsatz verzögern, Hilfe zu spät ankommen lassen oder Teammitglieder in Gefahr bringen.

Das Team von Medair ist oft an schwer erreichbaren Orten im Einsatz – auf Strassen, die beschädigt, unwegsam oder kaum vorhanden sind. Daran muss ich denken, bevor Fahrzeuge die Basis verlassen und in den Einsatz gehen.

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Ständige Herausforderungen

© Medair / Daniel Wakandu: Elysée wartet in seiner Werkstatt in der Basis von Medair ein Fahrzeug, das von einem Einsatz zurück kommt 

Stetige Herausforderungen.

Nach jedem Einsatz müssen Fahrzeuge und Motorräder repariert werden. Oft sind Teilen verschlissen oder es gibt Schäden durch das unwegsame Gelände. Meine Aufgabe ist es, zeitnah Lösungen zu finden, damit die Teams so bald wie möglich wieder unterwegs sein können.

Ich weiss: Wenn ich ein Problem übersehe, können die Folgen katastrophal sein. Dieses Verantwortung schwebt über jeder meiner Entscheidungen und jeder Reparaturen.

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Meine Passion bekommt Bedeutung

© Medair / Daniel Wakandu: Elysée vor den Fahrzeugen, die er regelmässig in der Werkstatt von Medair wartet.

Das grösste Geschenk, das Medair mir gemacht hat, ist Sinnhaftigkeit.

Früher war ich Mechaniker. Heute leiste ich einen Beitrag zu einer Mission, die weit über mich hinausgeht: Ich helfe mit, Menschen in der Demokratischen Republik Kongo Hilfe zu bringen.

Deshalb bin ich stolz auf meine Arbeit.

Ich bin 26 Jahre alt, und Medair ist meine erste Erfahrung im humanitären Bereich. Ich erlebe diese Organisation als einen Ort, an dem ich jeden Tag lerne, wachse und meine Zukunft gestalte.

Wenn ich nach vorne schaue, sehe ich Chancen. Ich hoffe, mehr Verantwortung im Fuhrparkmanagement zu übernehmen, meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln und der beste «Fahrzeugdoktor» zu werden, der ich sein kann.

Denn jede humanitäre Reise beginnt mit einem fahrbereiten Fahrzeug. Dafür zu sorgen, dass es sicher ans Ziel kommt – das ist mein Beitrag. 

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Der Ebola-Einsatz von Medair in der DR Kongo wird dank der finanziellen Unterstützung des US-Aussenministeriums, des Humanitären Fonds für die DR Kongo, der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), der Generaldirektion Europäischer Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe (GD ECHO), der Glückskette sowie grosszügiger Privatspenderinnen und Privatspender ermöglicht.

Dieser Artikel wurde durch Mitarbeitende von Medair vor Ort und am internationalen Hauptsitz verfasst. Die darin vertretenen Ansichten sind ausschliesslich die von Medair und in keiner Weise auf offizielle Positionen anderer Organisationen übertragbar.

Beitragsbild © Medair / Daniel Wakandu: Elysée posiert vor den Fahrzeugen, die er regelmässig in der Werkstatt voon Medair wartet.

2026-10-15
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